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Tipps zur Shooting-Vorbereitung

Michael Light · 07. Januar 2026 · Modeling, Fotografie, Shooting Tipps

Pre-Shooting Tipps für weniger post-production Arbeit

(… und damit am Ende bessere und evtl. sogar mehr Bilder)

Es gibt viele Dinge, auf die man bei einem Shooting achten muss bzw. sollte. Gerade am Anfang, wenn Du noch nicht so viele Shootings hinter Dir hast, kann einen das schnell überfordern. Egal, ob Du Model, Fotografin oder Fotograf bist, Du wirst Dir mit Sicherheit schon vor dem Shooting viele Gedanken zu den entstehenden Bildern machen. Welches Outfit soll es sein, wie soll das Makeup aussehen, welche Posen könnten cool aussehen, und, und, und…
Dann ist Shooting-Time, das Set steht bereit, beide Seiten möchten abliefern. Da kann es schnell passieren, dass Du am Set so sehr mit Posen, Blicken, Outfits und der ganzen Situation beschäftigt bist, dass Dir kleine Details gar nicht auffallen. Das ist absolut normal – das geht selbst Profis immer wieder so und manchmal bemerkt man solche Dinge erst, wenn man die Bilder später groß am Monitor sieht. Meist sind es jedoch jene Kleinigkeiten, die einen großen Unterschied in der Gesamtwirkung machen.

Das Gute daran: Kleinigkeiten lassen sich im Vorfeld natürlich einfacher vermeiden, als komplexere Probleme. Statt also den berühmten Satz „das fixen wir hinterher in Photoshop“ fallen zu lassen, empfehle ich grundsätzlich: Lieber vor dem Shooting zwei Mal hinschauen. Natürlich sind viele Dinge leicht in Photoshop zu korrigieren und spätestens mit KI auch nur noch ein paar Klicks. Schlussendlich ist es aber doch wesentlich effizienter, fünf Minuten zusätzliche Vorbereitung zu haben, als bei jedem einzelnen Bild ein paar Extraklicks, ein paar dort und am Ende hat man schnell eine gute Summe an Minuten zusammen, die man für jedes Bild länger braucht. Dabei reden wir mal noch gar nicht davon, wie gut das Ergebnis der Bearbeitung hinterher überhaupt ist.

Wir halten also fest: Wenn weniger retuschiert werden muss, bleiben mehr Kapazitäten für Feinschliff und zusätzliche Bilder und je sauberer ein Bild schon vor der Bearbeitung ist, desto natürlicher wirkt es am Ende auch. Schlechte oder übertrieben sichtbare Retusche kann ein Bild nämlich genauso ruinieren wie ein Makel, der einfach draufbleibt, weil er kaum noch sauber wegzukriegen ist.

Bevor wir nun zu meinen sechs Tipps kommen, gebe ich Dir den wahrscheinlich wichtigsten Tipp schon mal vorab: Nichts vergessen einzupacken!
Es klingt so simpel und jeder wird sagen „Ist doch wohl logisch!“ und trotzdem steht man bei jedem zweiten oder dritten Shooting da und irgendwas fehlt. Ein Kleidungsstück, ein Accessoire, ein Teil des Cosplays oder der Ersatzakku für die Kamera. Es kommt recht schnell einiges zusammen, woran man denken muss und wenn man vielleicht gerade spät dran ist, oder morgens recht früh los muss, bleibt schnell etwas liegen. Eine kleine vorab aufgestellte Checkliste kann an dieser Stelle eine große Hilfe sein.
Der Klassiker an dieser Stelle sind übrigens Schuhe! Ich weiß wirklich nicht bei wie vielen Shootings, die passenden Schuhe fehlten. Dann steht man da, mit dem Ork in Sneakern oder dem Model im Abendkleid mit Boots und muss improvisieren (wenn man nicht nur Nahaufnahmen möchte). Da hilft dann meist nur hohes Gras oder die Schuhe wegzulassen. Ich rate also wirklich zu einer Liste, die beim Packen abgehakt wird. Jetzt aber mal zu meinen sechs Tipps, die diese Liste gegebenenfalls um den ein oder anderen Eintrag erweitern.

Meine 6 Tipps zur Shooting-Vorbereitung

Platz 6 – Der Klassiker: Das Haargummi am Handgelenk

Warum auch immer: Haargummis haben eine magische Fähigkeit, bei gefühlt jedem zweiten Shooting zumindest in einem Set auf den Bildern aufzutauchen. Entweder morgens „nur mal schnell ins Haar, Styling mach ich eh vor Ort“ und schon findet es seinen Weg vom Haar ans Handgelenk. Genauso gern genommen ist das erste Set mit Zopf und sobald einer auf die Idee kommt „lass uns mal ein paar Bilder mit offenen Haaren machen“, spricht das eine Haargummi mit Gravur in elbischer Sprache…

Spaß beiseite. Man steht im Set, weiß nicht wohin damit und so ein Haargummi geht ja auch schnell mal verloren. Dazu kommt die alltägliche Angewohnheit, es einfach uns Handgelenk zu packen.

Am besten also direkt beim Ankommen gut verstauen, dann kann man es auch nicht vergessen. Gleiches gilt – ganz dezent erwähnt – auch für Schmuck, der eigentlich nicht zum Look gehört. Die Elfe im Wald wirkt zum Beispiel gleich weniger authentisch, wenn sie eine Smartwatch trägt.

Platz 5 – Fingernägel: Kleine Details ganz groß

Es ist beeindruckend, wie sichtbar Hände auf Fotos werden, spätestens dann, wenn sie in Richtung des Gesichts wandern. Eine schöne Pose, eine gedachte Berührung, eine Hand an der Wange – und plötzlich liegt der Fokus des Bildes nicht mehr auf den Augen des Models, sondern auf dem Nagellack, der an diversen Stellen abgesplittert ist.
Auch die halb herausgewachsenen Gel-Nägel wirken bei Nahaufnahmen deutlich stärker als in der Realität und die Farbe, die gestern noch so schön zu den Sneakern passte, kann heute vielleicht zur Ablenkung schlechthin werden.

Und damit beginnt für die Retusche gerne ein kleiner Marathon:
Jeden Finger einzeln korrigieren, Kanten ausbessern, Farbübergänge glätten, Farbton an das Bild anpassen… das kann schnell Zeit verschlingen. Darum lohnt es sich, die Nägel vorher einmal bewusst anzuschauen:
Entweder frisch gepflegt, frisch lackiert oder komplett unlackiert – alles ist fein, solange es einheitlich wirkt. Im Zweifel einfach vorher mal die Fotografin bzw. den Fotografen nach seiner Meinung fragen, wenn man selbst gerade unschlüssig ist oder vielleicht auch gerade einfach nichts an der aktuellen Lage ändern kann/möchte.

Nails retouching before image Nails retouching after image

Platz 4 – Fliegende Haare & widerspenstige Strähnen

Selbst das schönste Porträt kann durch eine einzige Haarsträhne wirken, als wäre man gerade erst aufgestanden.
Vor allem Perücken können kleine Rebellen sein. Während ganze Strähnen, die gegen Wind und Gravitation kämpfen und auf jedem Bild eine unterschiedliche Form annehmen, zumindest sehr schnell auffallen, können einzelne fliegende Haare schnell zum Grauen werden. Je nach Haarfarbe fällt das beim Shooting so gut wie gar nicht auf und wer schon mal zehn einzelne Haare in Photoshop entfernt hat, die vor den Augen, oder vor einem gemusterten Stoff liegen, der weiß genau, was auf ihn zukommt.

Eine Bürste oder ein kleiner Kamm in der Tasche und vielleicht etwas Haarspray wirken da wie kleine Wunder. Auch ein Spiegel ist etwas, was gerne vergessen wird.
Je nach Frisur, Wetter, oder Posing, sind Haare etwas, was man auch während des Shootings immer wieder kontrollieren sollte.

Platz 3 – Kleidung: Fussel, Haare & Abdrücke

So schön eine Kamera mit hoher Auflösung auch ist, sie verzeiht nichts. Vor dem Shooting zu Hause noch in den Spiegel geschaut – ein paar Haare hier, ein Fussel da, ein paar Schuppen kurz abgeklopft, alles halb so wild will man meinen. Ein Blick auf die Fotos und man kann plötzlich die Rasse des Haustieres bestimmen, oder einen Werbespot für ein gewisses Shampoo drehen.

Um dieses Problem zu vemeiden, lohnt es sich in der Regel, einfach eine Fusselbürste einzupacken. Selbst wenn man sie am Ende nicht braucht, zeigt es anderen Beteiligten auf jeden Fall, dass man vorbereitet ist und sich Gedanken gemacht hat. Sowas ist doch immer gern gesehen.

Auch Knitterfalten werden gerne unterschätzt. Das schönste Cosplay wirkt nur noch halb so gut, wenn das tolle Kleid, der Mantel oder der Umhang vorher nicht gebügelt wurde. Je nach Beleuchtung sieht man die Falten auf den Bildern wesentlich stärker, als man vorher glaubt.
Ein weiterer Klassiker als kleiner Bonus-Tipp an dieser Stelle: Auch das Smartphone in der Hosentasche hinterlässt unschöne Abdrücke auf den Bildern. Am besten vor dem Shooting dorthin packen, wo bereits das Haargummi liegt.

Während sich die meisten Leute aber noch relativ viele Gedanken über die Klamotten machen, die sie beim Shooting tragen, wird eines oft nicht so sehr bedacht: Die Kleidung, die man vor dem Shooting trägt. Je nach Shooting-Outfit kann sie allerdings einen großen Einfluss haben, zum Beispiel wenn sie eng ist und Druckstellen hinterlässt. Sei es das luftige Cosplay mit Abdrücken vom BH oder der Hose, oder das anstehende Bikini Set mit Socken-Ringen. Viel zu oft fällt der Satz „Oh, da müssen wir wohl kurz warten…“ und da merkt man erstmal, wie lange es dauert, bis so etwas verschwindet.

Daher empfehle ich vor dem Shooting eher lockere Kleidung zu tragen. Bei besonders freizügigen Shootings ist ein Bademantel übrigens ein guter Begleiter, der in Pausen warm hält und keine Abdrücke hinterlässt.

Platz 2 – Farbige Kontaktlinsen (Fluch & Segen)

Besonders im Cosplay-/Fantasy-Bereich sind sie natürlich sehr beliebt – völlig zurecht. Schließlich funktionieren manche Looks erst damit so richtig und es wäre sehr subjektiv, hier eine Empfehlung für oder gegen Kontaktlinsen zu geben.

Mein Tipp zu diesem Thema ist aber ganz klar: Kommunikation!
Sprecht unbedingt vor dem Shooting darüber, wenn farbige oder gar weiße Augen gewünscht sind. Ich persönlich finde Kontaktlinsen absolut furchtbar, aber sie können immer noch wesentlich besser aussehen, als eine schlechte Retusche.

Moment mal… wir wollen doch mit diesen Tipps Zeit in der Retusche sparen! Warum dann die Augen in Photoshop färben und Mehraufwand in Kauf nehmen, statt Kontaktlinsen zu tragen? Ist das nicht etwas widersprüchlich? Die Antwort ist wie immer ein klares „Ja und Nein“! 😉

Es kommt ganz darauf an, welches Ergebnis man anstrebt. Da ich persönlich einen recht natürlichen Stil bevorzuge, sehen Kontaktlinsen niemals gut aus. Sei es ein sichtbares Muster, eine plastische Farbe, oder eine nicht zentrierte Pupille. Ich könnte mich mit nichts davon in meiner Arbeit anfreunden und würde ewig lang daran arbeiten. Ich würde also sehr, sehr viel Zeit sparen, wenn ich einfach nur das Auge selber färben würde.
Wer diese Arbeit sowieso nicht investieren möchte und mit der Qualität der Linsen zufrieden ist, der ist natürlich mit der Nutzung von Kontaktlinsen besser beraten.

Wie so oft ist hier meiner Meinung nach die Kommunikation vor dem Shooting gefragt. Dazu gehört übrigens auch, sich eine solche Bildbearbeitung evtl. im Vorfeld mal anzuschauen, um am Ende keine böse Überraschung zu erleben!

Platz 1 – Künstliche Wimpern

Es gibt mit Sicherheit sehr gute Fake Lashes, die absolut natürlich aussehen und selbst in einer Nahaufnahme nicht auffallen. Diese Varianten gehören aber in der Regel nicht zu jenen, die reihenweise vor meiner Kamera landen.

Was ich seit über zehn Jahren bei meinen Shootings sehe, sind ausnahmlos angeklebte Wimpern, die nicht richtig halten, deren Enden sich lösen, die asymmetrisch sitzen, oder von der Optik einfach absolut künstlich wirken.

So etwas in der Retusche zu „retten“ ist sehr aufwendig und teilweise so gut wie unmöglich. Auch bei diesem Thema rate ich zu Kommunikation vor dem Shooting. Über solche Themen lernt man auch viel über die Einstellung und Zielsetzung des Gegenüber, was meiner Meinung nach ziemlich wichtig ist.

Ich persönlich würde immer eher die natürlichen Wimpern retuschieren, als mit der Alternative leben zu müssen. Meist reicht nämlich schon eine minimale Retusche, um einen großen Effekt zu erzielen, und das ohne gleich zu irgendwelchen Lash Brushes oder gar KI zu greifen. Letzteres wäre sowieso mal ein Thema für einen ganzen Blogartikel.

Fake Lashes Before (out of cam) Fake Lashes edited

Das sind sie also, meine 6 Tipps, die Dir hoffentlich bei Deinem nächsten Shooting die ein oder andere Hilfestellung geben. War etwas Hilfreiches dabei? Hast Du weitere Tipps aus Deiner Erfahrung? Dann schreib es mir gerne in die Kommentare, oder schick mir eine Nachricht auf Social Media!

Immer noch nicht genug? Dann habe ich hier noch etwas für Dich:

Ein paar kleine Extras, die gerne vergessen werden

Neben den sechs großen Punkten gibt es noch ein paar winzige Dinge, die fast schon unsichtbar wirken – bis man sie im direkten Vergleich sieht.

Ein Hauch Handcreme lässt trockene oder rissige Stellen sofort weicher wirken. Hände sind auf Fotos oft präsenter, als man denkt, und ein kleiner Tropfen kann sie optisch glätten, ohne irgendetwas zu überdecken.

Lippenbalsam wirkt ähnlich: Gerade bei Portraits oder Beauty-Aufnahmen sieht man jeden Riss und jede trockene Stelle. Einmal kurz aufgetragen, macht er den Mund weicher, frischer und natürlicher.

Ein bisschen Puder kann wahre Wunder vollbringen. Vor allem an heißen Tagen oder wenn Du zu leicht glänzender Haut neigst. Es geht nicht darum, das Gesicht matt zu betonieren – nur um einen Hauch, damit Stirn, Nase und Wangen nicht aussehen, als hätten sie eine eigene Beleuchtung.

2 Gedanken zu „Tipps zur Shooting-Vorbereitung“

  1. Mjoelnirfotografie

    Klassiker.
    Erst letztens im Shooting gehabt. Cosplayerin Pullover hingelegt, damit die sich einerseits nicht direkt auf den kalten Boden und andererseits nicht mit dem Cosplay auf den staubigen Boden setzen musste und was fiel mir beim Bearbeiten auf , worauf ich nicht geachtet habe? Richtig, pullover guckte natürlich raus.

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